Kinder jeden Alters brauchen Bewegung, vor allem in einer Zeit, in der es an Möglichkeiten fehlt, zu jeder Zeit bzw. an jedem Ort unbeschwert Bewegung und Sport durchzuführen.
Dem Sprichwort „Zu jeder Zeit, an jedem Ort, bleib gesund und treibe Sport“ ist gerade in einer durch vielschichtige Zivilisationskrankheiten gekennzeichneten Zeit besondere Beachtung zu schenken. Dabei ist hervorzuheben, dass man nicht früh genug beginnen kann, Bewegung in den Alltag einfließen zu lassen und ihn als festen Bestandteil des Tagesablaufs zu automatisieren. Kinder mit einem großen Erfahrungsschatz an Bewegungen finden sich in unserem technisierten Alltag besser und schneller zurecht, nehmen anders wahr als Kinder mit geringeren Bewegungserfahrungen und lernen meist schneller auch in intellektuellen Dingen.
Das Verweilen in einem Kindergarten leitet einen ersten Lösungsprozess vom Elternhaus ein und führt zu einer Erweiterung des sozialen Lernfeldes. Das motorische Können spielt dabei für die soziale Interaktionsprozesse eine bedeutende Rolle. Hohes Ansehen genießt, wer ein „motorischer Könner“ ist. Somit leistet die motorische Ausbildung einen erheblichen Beitrag zur Steigerung der sozialen Handlungsfähigkeit und des Selbstwertgefühls der Kinder (vgl. Weineck 1988a, 269).
Kinder verfügen über ein hohes Ausmaß an Bewegungsfreude und Lernbereitschaft, diese sollten wir erwachsenen Anleiter dahingehend ausnutzen, den Kindern den „Erwerb einer umfassenden Fertigkeitsbasis über eine Vielzahl von Elementarübungen zu ermöglichen.“ (Weineck 1988a, 269) Kinder im Vorschulalter benötigen ausreichende Bewegungsmöglichkeiten, die phantasieanregend und variabel zum Laufen und Springen, Kriechen, Klettern, Steigen und Balancieren, Hängen, Schwingen und Schaukeln, Ziehen, Schieben, Tragen, Werfen und Fangen sind und zu weiteren Bewegungsformen anregen. Die Betätigung sollte ausschließlich lust- und freudbetont sowie kurzweilig gestaltet sein.
Das Aktivitätsmuster des Vorschulkindes ist gekennzeichnet durch hochfrequente Bewegungsmuster kurzer Dauer, Abwechslung, Vielseitigkeit und Vielfältigkeit der Bewegung. Bewegungsförderung im Vorschulalter beinhaltet physische, motorische und sensorische Komponenten.
(Michael Schulz, Diplom-Sportlehrer)
So früh wie möglich. Nach Weineck (1988a, 292) ist die Entwicklung der Bewegungskoordination früher schulbar als die Vervollkommnung der konditionellen physischen Leistungsfaktoren. Die neuromuskuläre oder sensomotorische Steuerung und Regelung von Bewegungen gehört offensichtlich zu jenen elementaren Funktionsbereichen, deren grundlegende Aneignung und Entwicklung bereits sehr früh erfolgen.
Demnach sind mangelnde koordinative Fähigkeiten meist nicht auf unzureichende Anlagen, sondern auf eine unzureichende Förderung in den frühen Lebensjahren zurückzuführen.
Vorschulkinder sollten also eine Vielzahl von relativ einfachen Bewegungsfertigkeiten erwerben, um für die optimalen Lernphasen eine ausreichend entwickelte Basis an Bewegungserfahrungen zu besitzen und damit die Lerneffektivität zu steigern. Dabei ist von Anfang an auf eine korrekte Bewegungsausführung zu achten.
GGT bringt in jedem Alter spürbare Verbesserungen in der Haltungs- und Bewegungskoordination. Gerade im Alter ist Gleichgewichtstraining zur Sturzprohylaxe und Gangsicherheit unersetzbar. Lesen Sie hierzu auch „Fit im Alter durch Gleichgewichtstraining“.
Fehlende Muskelkraft ist in vielen Fällen nicht das Problem fehlender Muskelmasse, sondern die Folge einer mangelhaften Ansteuerung der Muskulatur. GGT verbessert das Zusammenspiel von Nerv und Muskulatur und erhöht bereits die Maximalkraft und die Explosivkraft. In vielen Fällen ist daher ein vielseitiges GGT zur Verbesserung der Haltungs- und Bewegungsmuskulatur bereits ausreichend.
Ja, es ist sogar von Vorteil wenn Sie während Kraftübungen (zum Beispiel bei Seilzugübungen) auf labilem Untergrund stehen. Der Trainingseffekt wird dadurch wesentlich erhöht, das Zusammenspiel von Nerv und Muskel optimiert. Beachten Sie dabei stets, dass Ihre Übungen aus einem sicheren und kontrollierten Stand ausgeführt werden.
Bereits zwei Trainingseinheiten pro Woche von ca.20 – 40 Minuten (je nach Übungsintensität) reichen aus, um Ihre Bewegungssicherheit spürbar zu verbessern.
Das GGT sollte stets zu Beginn eines Trainings bei vollständiger kognitiver Leistungsfähigkeit stattfinden und spätestens dann beendet werden wenn aufgrund eintretender Ermüdung eine kontrollierte und korrekte Bewegungsausführung nicht mehr gewährleistet ist.