Fragen rund um Entwicklung, Training und Gleichgewicht 

Wann innerhalb einer Trainingseinheit sollte das Gleichgewichtstraining stattfinden?

  • Das GGT sollte stets zu Beginn eines Trainings bei vollständiger kognitiver Leistungsfähigkeit stattfinden und spätestens dann beendet werden wenn aufgrund eintretender Ermüdung eine kontrollierte und korrekte Bewegungsausführung nicht mehr gewährleistet ist.

 

Welchen zeitlichen Rahmen sollte das Gleichgewichtstraining einnehmen?

  • Bereits zwei Trainingseinheiten pro Woche von ca. 20 – 40 Minuten (je nach Übungsintensität) reichen aus, um Ihre Bewegungssicherheit spürbar zu verbessern.

 

Kann ich Gleichgewichtstraining mit Kraftraining kombinieren?

  • Ja, es ist sogar von Vorteil wenn Sie während Kraftübungen (zum Beispiel bei Seilzugübungen) auf labilem Untergrund stehen. Der Trainingseffekt wird dadurch wesentlich erhöht, das Zusammenspiel von Nerv und Muskel optimiert. Beachten Sie dabei stets, dass Ihre Übungen aus einem sicheren und kontrollierten Stand ausgeführt werden.

 

Warum ist Gleichgewichtstraining oftmals dem Krafttraining vorzuziehen?

  • Fehlende Muskelkraft ist in vielen Fällen nicht das Problem fehlender Muskelmasse, sondern die Folge einer mangelhaften Ansteuerung der Muskulatur. GGT verbessert das Zusammenspiel von Nerv und Muskulatur und erhöht bereits die Maximalkraft und die Explosivkraft. In vielen Fällen ist daher ein vielseitiges GGT zur Verbesserung der Haltungs- und Bewegungsmuskulatur bereits ausreichend.

 

Kann ich auch noch im hohen Alter mit Gleichgewichtstraining anfangen?

  • GGT bringt in jedem Alter spürbare Verbesserungen in der Haltungs- und Bewegungskoordination. Gerade im Alter ist Gleichgewichtstraining zur Sturzprohylaxe und Gangsicherheit unersetzbar. Lesen Sie hierzu auch „Fit im Alter durch Gleichgewichtstraining“.

 

 Ab welchem Alter soll mit Gleichgewichtstraining begonnen werden?

  • So früh wie möglich. Nach Weineck (1988a, 292) ist die Entwicklung der Bewegungskoordination früher schulbar als die Vervollkommnung der konditionellen physischen Leistungsfaktoren. Die neuromuskuläre oder sensomotorische Steuerung und Regelung von Bewegungen gehört offensichtlich zu jenen elementaren Funktionsbereichen, deren grundlegende Aneignung und Entwicklung bereits sehr früh erfolgen.
  • Demnach sind mangelnde koordinative Fähigkeiten meist nicht auf unzureichende Anlagen, sondern auf eine unzureichende Förderung in den frühen Lebensjahren zurückzuführen.
  • Vorschulkinder sollten also eine Vielzahl von relativ einfachen Bewegungsfertigkeiten erwerben, um für die optimalen Lernphasen eine ausreichend entwickelte Basis an Bewegungserfahrungen zu besitzen und damit die Lerneffektivität zu steigern. Dabei ist von Anfang an auf eine korrekte Bewegungsausführung zu achten.